Montag, 20. Mai 2013

Wychwood: Marketing ist (fast) alles ...

Jüngst bin ich beim Durchforsten englischer Ciderseiten nach längerem wieder einmal auf die Homepage von Wychwood gestoßen (aus der Zeit, als wir noch Bier im Sortiment hatten) - und ich muss sagen: Wenn jemand weiß, wie man ein Image pflegt, dann sind es die Marketing-Experten von Wychwood! Kleines Beispiel gefällig? Einfach auf die Homepage gehen:


die obligatorische Alterseingabe bei englischen Alkohol-Webseiten ausfüllen und die volle Version wählen - und man landet in einer magischen, unheimlich liebevollen und detailreich gestalteten Webwelt, im virtuellen Wychwood Forest. Viel Spaß beim Durchstöbern!

Green Goblin Cider


Wer es nicht weiß: Green Goblin Cider wurde ursprünglich zusammen von Wychwood und Thatchers ins Leben gerufen und von Wychwood sehr erfolgreich vermarktet. Inzwischen liegt der Green Goblin ganz bei Thatchers, die in Sachen Marketing und Imagepflege nicht immer so erfolgreich nach den Sternen greifen wie Wychwood, trotz ihres Spitzenciders - aber das ist nur meine bescheidene, persönliche Meinung ... Hauptsache, er schmeckt, der Green Goblin - Cheers!

Sonntag, 12. Mai 2013

Cider-Map: Hersteller im Überblick

Neulich bei real-cider.co.uk gefunden: Eine Cider-Map, auf der eine Unmenge an britischen Herstellern eingetragen sind - ideal für den nächsten Cider Urlaub und eine Erweiterung für die bereits vorhandene Somerset-Cider-Map. Simpel gestrickt, aber sehr detailliert: selbst in Cumbria finden sich zwei Tipps.

Und hier geht's zur Karte:

Cider map of UK makers and outlets

Dienstag, 7. Mai 2013

All Star Cider: Henney's Dry Cider

Ab sofort bieten wir eine neue Rubrik an: die All-Star-Cider von Cider and more. Mit diesem Titel wollen wir diejenigen Cider auszeichnen, von denen wir glauben, dass sie durch und durch nicht nur empfehlenswert, sondern einsame spitze sind - und dabei geben wir uns nicht mit abgedroschenen Phrasen wie "Premium" (prangt inzwischen auch auf den billigsten Pennerbomben) oder "Vintage" zufrieden.

Den Anfang macht ein "Nischenprodukt" in unserem Sortiment: Henney's Dry Cider. Für Mike Henney war es nicht mehr als ein Hobby, als er 1996 seinen ersten Cider produzierte: Gerade einmal 20 Liter waren es, die in der Waschküche fermentierten - was dem Cider scheinbar recht gut bekam. Inzwischen hat sich Henneys mit einem kleinen, aber feinen Sortiment auf dem britischen Markt etabliert und produziert über 800.000 Liter jährlich - wenn auch nicht mehr in der Wäschekammer.

Aber zurück zum Cider selbst: Henney's Dry ist gewissermaßen ein "Urtyp" britischer Ciderkultur: trocken, säuerlich, bittersweet im Abgang; ungemein gehaltvoll und trotzdem puristisch: Dieser Cider konzentriert sich auf das wesentliche, nämlich den vergorenen Apfel. Bereits das Bukett ist eine Verheißung, bei der einem die Tannine entgegenfliegen. Der Kohlensäuregehalt ist angenehm unaufdringlich, aber spürbar vorhanden - diese Cider fällt nicht nach drei Minuten in sich zusammen. Das Finish ist ausgesprochen langanhaltend, hier kommt deutlich zum Ausdruck, dass der "Dry" wie alle Cider von Henneys ausschließlich aus frischen Äpfeln gepresst wird, die aus Herefordshire stammen. 100 Prozent Apfel: Das schmeckt man. Doch Vorsicht: Wer vor allem die bekannten, eher süßen aber ausdrucksschwachen Discountcider gewöhnt ist, der wird vor Henneys möglicherweise erst einmal zurückschrecken.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Rezept für zwischendurch: Cremige Cider-Suppe

Gut geeignet, um alle möglichen Kühlschrankreste loszuwerden,
und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen ...

 Zutaten für 3-4 Teller:

  • 1/2 L Rinder- oder Gemüsebrühe
  • 100 g Sahne
  • 1 Eigelb
  • 1/4 L Cider / Apfelwein / Most (irgendwas, das weg muss)
  • 4 Scheiben Toastbrot, ohne Rinde
  • 1 Prise Zimt
  • 20 g Butter
  • 1/4 TL Salz
  • 1/8 TL geriebene Muskatnuss
  • 1 TL Schnittlauch (klein geschnitten, in Röllchen)

Zubereitung:


Toastbrot goldgelb in der Butter anrösten, anschließend auf Küchenkrepp abkühlen lassen (fettig!). Mit dem Zimt bestreuen und in kleine Würfel schneiden. In die Suppe einrühren und solange mit dem Schneebesen umrühren, bis die Suppe eine angenehm cremige Konsistenz hat - Achtung:  Die Suppe darf nicht mehr kochen, sobald die Eigelbmischung zugegeben wurde.


Tipp: Das Ganze in einer Schlagschüssel mischen, die man in den Topf mit dem kochenden Wasser stellt. Das Wassserbad verhindert dann auf jeden Fall, das die Suppe gerinnt.


In Suppentassen / -Teller (idealerweise vorgewärmt) schöpfen, mit Schnittlauch und den Toastwürfeln garnieren und servieren. Bei Bedarf Weißbrot dazu reichen.

Brühe und Cider in einem stabilen Topf aufkochen lassen, dann die Hitze reduzieren. Eigelb mit Sahne verrühren und mit Salz / Muskatnuss abschmecken.

Samstag, 20. April 2013

The Art of Cider: Eastern Style - Western Style

Cider kann perlend, leicht und erfrischend säuerlich sein - aber auch erdig und reich an Tanninen (Gerbstoffe des Apfels). Das hängt nicht zuletzt davon ab, wo der Cider herkommt: Aus den West Counties ("Western Style" - klassische Vertreter sind Sheppy's, Westons oder Gwynt y Ddraig) oder aus dem Südosten des Landes ("Eastern Style" - z. B. Aspall oder Merrydown).

Aspall Cider: Eastern Style
Eastern Style

Westengland ist klassisches Cider-Land, dort werden Mostäpfel zu Cider verarbeitet: sehr aromatisch, reich an Tanninen, bei vergleichsweise dezentem Säuregehalt. Klassische Mostäpfel sind 'Dabinett' und 'Kingston Black'. Der Osten Englands hingegen ist die Kornkammer des Landes, wo hauptsächlich Dessert- und Tafeläpfel angebaut werden - was nicht heißen soll, dass dort keine Mostäpfel verarbeitet werden, aber zwingend braucht man sie nicht. Und das schlägt sich im Geschmack durch: Eastern Style Cider ist wegen des Anteils an Tafeläpfeln leichter, prickelnder und säurehaltiger - und weniger bitter, da in Tafeläpfeln weniger Tannine enthalten sind als in den englischen Mostäpfeln.


Black Dragon Cider von Gwynt: Western Style
Western Style


Was besser schmeckt - das muss jeder für sich selbst entscheiden. Einfach mal den direkten Vergleich wagen: z. B. Black Dragon oder Dabinett von Gwynt y Ddraig versus Dry Premier Cru oder Crisp Draught von Aspall. Unser persönlicher Tipp: Western Style Cider haben ein schwereres Volumen, sind klassische Herbst- und Wintercider. Spritzige Eastern Styles hingegen sind was wunderbares an richtig heißen Sommertagen. Cheers!

Samstag, 6. April 2013

Tom Oliver: Cider and Perry Making

Tom Oliver von 'Oliver's Cider & Perry' in Herefordshire beschreibt in diesem YouTube-Video anschaulich und in auch für den Durchschnittsdeutschen gut verständlichem Englisch die einzelnen Schritte bei der idealen Cider-Herstellung.


Freitag, 5. April 2013

Somerset - charmante Hochburg des Ciders

Gemeinhin gilt Hereford in Herefordshire (das zu den "Shires gehört") als Hauptstadt britischer Cider-Kultur. Dort findet sich das einzigartige Cider-Museum, die Cider-Route sowie der Stamm-Sitz von Bulmers - nach wie vor die Nummer Eins auf dem Cider-Markt, auch wenn sich über Geschmack bekanntermaßen streiten lässt. Mit Westons und Henneys haben außerdem zwei hervorragende mittelständische Cider-Hersteller Ihren Sitz in Herefordshire.

Cider-Anbaugebiete in Britannien. Grafik: Christoph Zalewski
Cider: Hauptanbaugebiete in England und Wales

Moment mal ... war im Titel nicht von Somerset die Rede? Wird hier gerade etwas durcheinandergebracht? Mitnichten - denn auch in Somerset wird ordentlich Cider produziert, vor allem von vielen kleineren und kleinsten Unternehmen, die oft direkt vermarkten. Was nicht heißen soll. dass es hier keine bekannten Marken gäbe, allen voran Brothers, Sheppy's und natürlich Thatchers. Somerset ist jedoch nicht nur für Ciderfreunde eine Reise wert: Die charmante Grafschaft im Südwesten lockt mit Sehenswürdigkeiten wie Glastonbury oder den römischen Bädern bei Bath, die Cotswolds und Stonehedge sind nur einen Steinwurf entfernt.


Neu: die Somerset-Cidermap


Lust bekommen auf einen Ausflug? Die passende Cider-Map zu Somerset gibt's [hier]. Eingezeichnet sind alle namhaften Hersteller der Region. Welcome to Somerset - "the birthplace of real cider!"