Freitag, 9. August 2013

Cider: Alles Bulmers, oder was?

Einen tollen Urlaub in Irland verbracht, sich an Bulmers Cider erfreut, daheim gleich online bestellt - und dann war die Enttäuschung groß. Denn Bulmers ist nicht gleich Bulmers. Warum eigentlich nicht?
In der Mittte das englische Original, rechts und links die irischen Versionen


Bulmer in England ...


1887 gründete ein gewisser Percy Bulmer eine Cider-Manufaktur im englischen Herefordshire - und avancierte in kurzer Zeit zum Marktführer. Die bekannteste Marke ist Strongbow (Motto unter InCidern: 'Mit Strongbow fängt man an'). Weitere populäre Brands sind Woodpecker sowie Bulmers Original in verschiedensten Schattierungen. Mittlerweile gehört Bulmers der Heinekengruppe und somit zu den ganz großen Global Playern.

Daneben gibt es aber auch den Bulmers Original Irish Cider, der von der Irish Bulmers Ltd. in Irland produziert wird. Die Marke gehört dem irischen Lebensmittelkonzern C&C. Damit es nicht zu Verwechslungen mit dem englischen Bulmers kommt, wird das irische Bulmers weltweit unter dem Namen Magners vermarktet - eben nur nicht in Irland selbst. Das Verwechslungspotential bei Irlandtouristen ist somit vorprogrammiert.

 

... Magner in Irland


Das irische Bulmers lässt sich auf Herrn Magner zurückführen. Der Ire William Magner stellte seinen Cider erstmals 1935 kommerziell her. Wieso also überhaupt der Name Bulmers? 1937 tat sich Magner mit Bulmer aus Herefordshire zusammen, 1949 zog sich Magner jedoch aus dem operativen Geschäft zurück. Übrig blieb der Markenname Bulmers - warum auch immer. Vielleicht spielten internationale Aspekte so kurz nach dem Krieg keine Rolle, und wer hätte ahnen können, dass Cider ein Exportschlager werden könnte?

Geschmacklich gibt es übrigens durchaus einen Unterschied: Das englische Bulmers ist bitterer als das irische, mit einem Hauch von Hopfen im Antrunk. Beiden ist indes gemeinsam, dass sie in großem Maßstab für den Weltmarkt produziert werden.

Green Goblin Cider: Verdrehte Welt in Somerset


Die Cider-Welt kann durchaus kompliziert sein, nicht nur in Sachen Bulmers. Beispiel Green Goblin: Der kultige Cider trägt eindeutig die Label-Handschrift der Wychwood-Brewery ('Hobgoblin'). Green Goblin wurde zuerst von Thatchers produziert, das Label war das von Wychwood, die auch für die Vermarktung verantwortlich waren. Inzwischen wird Green Goblin unter dem Thatchers-Label hergestellt. Das kuriose daran: Die Markenrechte für Green Goblin liegen immer noch bei Wychwood - obwohl sie Green Goblin nicht mehr im Sortiment führen, dementsprechend auch keine Werbung oder Merchandising-Artikel liefern. Die Vermarktungsrechte liegen somit auf Eis, der Green Goblin wird praktisch nicht beworben. Thatchers seien in dieser Hinsicht die Hände gebunden, teilte uns die zuständige Stelle mit. Nochmal die Kurzfassung: Thatchers produziert und verkauft Green Goblin unter eigenem Label, hat aber nicht die Markenrechte. Diesen Zustand muss man nicht wirklich verstehen - vielleicht gehört das ja zum chaotischen Wesen des Green Goblin ...

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